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Mitgliederabend im Mai: 7½ mal der Zweite – wie der Ansbacher Hofastronom Simon Marius regelmäßig zu spät kam

Freitag, 3. Mai 2024, 20:00 Uhr, Keplersaal des Planetarium Stuttgart

Wie oft kann ein Wissenschaftler zu spät kommen? Der markgräfliche Hofastronom Simon Marius bringt es Anfang des 17. Jahrhunderts auf erstaunliche 7 1⁄2 mal. Am bekanntesten ist die Plagiatsaffaire mit Galileo Galilei um die Entdeckung der
Jupitermonde. Aber auch bei Supernovae, Venusphasen und dem Andromedanebel war Marius jeweils Zweiter. Von der Erfindung des Teleskops hörte Marius wohl als erster Astronom – zumindest außerhalb der Niederlande -, aber leider klappte der Nachbau nicht, was wertvolle Zeit kostete. Auch mit einer Euklidübersetzung und dem Tychonischen Weltsystem war er nicht der Erste. In gewissem Sinn ist selbst seine Jupitermondbenamung die Zweite, obwohl die Internationale Astronomische Union im 20. Jahrhundert seine Vorschläge übernahm.


Das Zu-spät-Kommen wird in acht Varianten durchkonjugiert, so dass ein Potpourri astronomischer Einsichten entsteht, mit dem Teile der copernicanischen Wende und mehr erzählt werden können.

Vortrag von Pierre Leich, Präsident der Simon Marius Gesellschaft e.V.

Der Eintritt ist frei.

Komet 12P/Pons-Brooks am Abendhimmel

Derzeit kann man versuchen, am frühen Abendhimmel tief im Westen den Kometen 12P/Pons-Brooks zu finden.

Zu jedem Zeitpunkt gibt es eine ganze Reihe an Kometen, die – entsprechende Teleskoptechnik vorausgesetzt – nachgewiesen werden können. Aber nur alle 1-2 Jahre wird ein Komet so hell, dass er auch schon vergleichsweise einfach beobachtet werden kann – 12P/Pons-Brooks ist ein solcher Komet. Für das bloße Auge wird er noch schwierig erkennbar bleiben, mit Hilfe eines Fernglases sollte man bei klarem Himmel ihn jedoch finden können. Er zeigt sich dabei als schwach neblicher Fleck in der Nähe vom Jupiter. Wer ihn sehen will, muss sich allerdings beeilen. Schon Ende April ist es wieder vorbei mit der Sichtbarkeit.

Nähere Informationen auch unter: 12P/Pons-Brooks jetzt beobachten! – Vereinigung der Sternfreunde e.V.